Eulen

Schleiereule

Die Schleiereule ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Eulenarten hierzulande, nicht zuletzt weil sie als Kulturfolger sehr nah am Menschen lebt. Sie brütet in alten Scheunen oder Kirchtürmen und nutzt gerne spezielle Nistkästen, die oftmals für sie angebracht werden. Trotzdem sind ihre Bestände infolge der Modernisierung der Landswirtschaft tendenziell bei uns eher zurückgegangen. Ihr markantes Äußeres wird von dem auffällig weißen Gesichtsschleier geprägt.

Auch wir haben es uns zur Aufgabe gemacht und möchten die Schleiereule schützen. Zur Zeit betreuen wir zwei Schleiereulenkästen. Wenn Sie einen geeigneten Platz für einen Schleiereulenkasten haben, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Bei einem Vororttermin überprüfen wir die Möglichkeiten. In unserem Schleiereulenkasten in der Probstei hatten die Dohlen in 2019 ein riesiges Nest gebaut und haben dort erfolgreich gebrütet. Im Spätsommer stand die Reinigung des Kastens an, da wir diesen für die Schleiereule wieder bewohnbar machen möchten. Hier haben wir zwei Säcke mit Nistmaterial entfernt.

Es gab aber auch eine Riesenüberraschung!

Wir haben auch sehr viele Gewölle der Schleiereule gefunden. Scheinbar hat sie den Kasten noch nicht aufgegeben. Da auch die Tauben den Kasten immer wieder besuchten,  haben wir beschlossen, dass wir diesen über den Winter schließen. Im Frühjahr soll die Öffnung des Kastens mit Umbaumaßnahmen für die Schleiereule stattfinden.

Wir hoffen, dass die Schleiereule wieder der Eigentümer des Kastens wird.

Steinkauz

Der Steinkauz gehört mit zu den bekanntesten Eulen Europas. Die kleine Eule gehört zur Familie der Eigentlichen Eulen. Der Steinkauz ist in Europa weit verbreitet.  Mit seinen ca. 22 cm ist er noch nicht einmal so groß wie unsere heimische Amsel. Das Männchen und das Weibchen vom Steinkauz sehen gleich aus. Das Weibchen ist etwas schwerer und größer. 

Der Steinkauz hat einen großen dunklen Kopf mit gelben Augen, die schwarz umrandet sind. Der Schnabel ist hell. Die Beine sind kräftig und befiedert, wie bei allen Eulen. Das Gefieder vom Steinkauz ist auf dem Rücken mittelbraun mit cremefarbenen Flecken. Die Unterseite ist hell mit braunen Längststreifen. Auffällig sind die abgerundeten kurzen Flügel, die kurzen Schwanzfedern und die weißen Augenbraunen die im Mondlicht leuchten.

Der Steinkauz bevorzugt als Lebensraum/Habitat Kulturlandschaften mit alten Bäumen. Der Steinkauz kommt in offenen Landschaften mit altem Baumbestand, in alten Obstgärten, Parkanlagen und in alten Ruinen vor.

Bei dem Steinkauz brütet wie bei den Uhus das Weibchen alleine und das Männchen versorgt das Weibchen während dieser Zeit mit Beute (Nahrung). Brutbeginn bei uns in Deutschland ist meistens Ende April oder Anfang Mai, je nach Wetterlage.  Sie legt 2-6 weiße Eier, in der Regel im Abstand von zwei Tagen. Die Brutdauer beträgt ca.28 Tage.

Die Nahrung vom Steinkauz besteht aus Mäusen, Insekten, Würmern, Käfern, Amphibien, Vögeln und Regenwürmern.

Waldkauz

Der Waldkauz ist eine mittelgroße Eulenart mit einer Verbreitung von Europa bis nach Westsibirien und Iran. Sie benötigen als Brutareal reich strukturierte Landschaften, in denen sich Wälder und Baumgruppen mit offenen Flächen abwechseln. Er ist ein Höhlenbrüter, der neben Baumhöhlen auch in Mauerlöchern, Felshöhlen sowie Dachböden brütet. Er frisst ca 60-7g Fleisch pro Tag und bevorzugt Mäuse, aber auch Kleinvögel.

Kennzeichnend für diese dämmerungs- und nachtaktive Eulenart ist eine gedrungene Gestalt mit rundem Kopf und einer rindenähnlichen Gefiederfärbung.

Der Waldkauz war in Deutschland Vogel des Jahres 2017.

Steinkauzberingung 2022

Vor zeitigen Vormittag fand heute unsere öffentliche Steinkauzberingung statt. Das Steinkauzteam freute sich über die vielen Besucher.

Start ins neue Jahr 2022

Die Kontrollen bei den Steinkäuzen ging wieder los. Ein unberingter Steinkauz ist neu im Revier.

Das Steinkauz-Team meldet sich hoffnungsvoll von den Brutkontrollen zurück.

Brutkontrollen bedeutet, dass wir im Mai in alle Röhren ganz vorsichtig und leise spickeln, ob sich ein Kauz zur Brut darin befindet. In dieser Zeit holen wir die kleinen Eulen auch nicht mehr raus, um sie nicht bei ihrer Brut zu stören.

So wie es im Moment aussieht haben wir 6 Bruten. Das läßt wieder auf ein gutes Jahr hoffen.

Sobald wir abschätzen können wann die Jungvögel zum Beringen groß genug sind, geben wir unseren Termin zur öffentlichen Beringung durch.

Zurück aus der Sommerpause

Das Steinkauz-Team meldet sich aus dem Sommer zurück zu den jährlichen Herbst-Kontrollen.
Gestartet haben wir mit unseren Waldkäuzen. Leider haben wir hier etwas Pech. So waren 2 Kästen komplett voll mit Moos und Stroh, 2 weitere Kästen unbewohnt und ein Gebiet mußten wir sogar aufgeben. Der Wald war so dicht bewachsen, daß wir unsere Mühe hatten durch zu kommen. Etliche Kleidungsstücke litten unter den Manns-hohen Brombeeren.
Bei einem so stark verwilderten Wald findet auch kein Waldkauz eine Maus am Boden. Wir werden ein neues Gebiet suchen und hoffen darauf, bald wieder Waldkäuze als Bewohner zu begrüßen

Aktuelles von unseren Steinkäuzen

Das SK-Team meldet sich glücklich mit 20 beringten Jungvögeln zurück.
Ein aufregendes kurioses Jahr war dies. Das erste Mal hatten wir ein Paar in einem eigentlich schon aufgegebenen Revier.
Es hatten sich dort 2 hübsche Steinkäuze eingenistet, einer beringt in Hattenhofen und ein Fängling, d.h. ein uns bisher unbekannter Vogel. Ein anderes SK-Paar hat sich kurzerhand das Nachbar-Revier geschnappt. Wir werden nachverfolgen, wo die vertriebenen Vögel hin geflüchtet sind. Zu guter Letzt hat uns noch eine Wiesenbesitzerin einen kleinen halb-blinden Steinkkauz gebracht, der wohl aus einer Naturbrut stammen muß. Da saß er nun auf meinem Eßtisch und schaute uns erwartungsvoll mit einem Auge an. Also schnell das Hochbeet umgegraben und Würmer dem junden SK angeboten. Die waren wohl nicht nach seinem Geschmack. Zum Glück hatte der nahe gelegene orts-ansässige Bio-Metzger offen und so haben wir kurzerhand ein Gualsch gekauft. Rindfleisch hat dem jungen Kauz dann sehr gemundet. Danach setzen wir ihn in eine Röhre nahe des Fundortes, in dem 2 kleine freche Steinkäuze bereits leben. Die Familienzusammenführung hat wunderbar geklappt. Noch Tage später saß der junge Kauz glücklich bei seinen neuen Geschwistern.

Steinkäuze im Coronajahr

Corona beeindruckt unsere Steinkäuze zum Glück nicht und deswegen führen wir unsere Arbeiten, unter allen Vorsichtsmaßnahmen, weiter. Bereits im März wurden die Röhren alle ein Mal kontrolliert. Nun, im Mai gingen die Kontrollen weiter und wir sind höchst erfreut. In 5 Röhren finden sich Bruten. Die bereits geschlüpften Tiere werden demnächst beringt. Leider können wir dieses Jahr keine öffentliche Beringung durchführen.

Nachdem wir im Sommer erfolgreich 16 Jungvögel beringen konnten, ging es jetzt mit unseren Herbstkontrollen los.

Es gilt in 12 Revieren 23 Röhren zu kontrollieren. Unsere Hauptaufgabe bestand seither darin "Fremdmateriel" aus unseren Röhren zu entfernen. Anscheinend finden v.a. Stare und Eichhörnchen Gefallen an unseren Röhren, aber auch einige Wespennester mußte entfernt werden.Leider haben wir seither noch keinen adulten Steinkauz bei unseren Kontrollen angetroffen, was aber vermutlich an dem schönen sonnigen Wetter liegt. Stubenhocker sind unsere Steinkäuze nicht.

Wir hoffen auf ein mindestens gleich gutes Brutergebnis in 2021 und halten Euch auf dem Laufenden.